In seiner Sitzung am 16.04.2026 hat der Rat der Gemeinde Reichshof den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Der Beschluss erfolgte gegen die Stimmen von FWO und AfD.
Zentrale Herausforderung bleibt die angespannte Finanzlage. Insbesondere die Kreisumlage steigt im Jahr 2026 um weitere 1 Mio. Euro auf insgesamt 26,1 Mio. Euro und belastet den Gemeindehaushalt erheblich. Gleichzeitig schränken gesetzliche Pflichtaufgaben den Handlungsspielraum weiter ein.
Vor diesem Hintergrund setzt der Haushalt klare Schwerpunkte und verbindet notwendige Investitionen mit einer spürbaren Begrenzung der Belastungen.
Ein zentrales Ergebnis der Beratungen ist die deutliche Reduzierung der geplanten Steuererhöhungen. Der Verwaltungsentwurf sah eine Anhebung der Grundsteuer B auf 960 Punkte sowie der Gewerbesteuer auf 499 Punkte vor.
Auf Antrag der CDU wurde die Erhöhung Grundsteuer B auf 865 Punkte begrenzt, eine Erhöhung der Gewerbesteuer konnte vollständig vermieden werden.
Gleichzeitig wird gezielt in zentrale Zukunftsbereiche investiert.
Im Bereich der Infrastruktur wird der Ansatz für die Straßenunterhaltung auf Antrag der CDU um 1 Mio. Euro erhöht. Viele Straßen im Gemeindegebiet sind in einem schlechten Zustand. Die zusätzlichen Mittel ermöglichen es, notwendige Sanierungsmaßnahmen endlich anzupacken und schneller umzusetzen. Grundlage ist die bereits im Bauausschuss beschlossene Prioritätenliste, die nun schrittweise abgearbeitet wird. Gegenfinanziert wird diese Maßnahme durch das Sondervermögen Infrastruktur.
Auch der Feuerschutz wird weiter gestärkt. Im Jahr 2026 sind 1,6 Mio. Euro für neue Fahrzeuge vorgesehen. Ergänzend wird der Brandschutzbedarfsplan durch ein externes Fachbüro fortgeschrieben, um eine fundierte Grundlage für zukünftige Investitionsentscheidungen zu schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Schulen und Bildung. Bis 2029 sind Investitionen von über 8 Mio. Euro geplant, um moderne Lernbedingungen zu sichern und die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde nachhaltig zu stärken.
Der Tourismus bleibt ein wichtiger Faktor für Reichshof. Er schafft Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wirtschaft und sorgt für zusätzliche Wertschöpfung. Gleichzeitig soll der Mitteleinsatz künftig noch stärker überprüft werden. Auf Antrag der CDU wird eine interfraktionelle Arbeitsgruppe die bestehenden Strukturen auf Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit hin analysieren.
Die CDU-Fraktion erklärt:
“Mit diesem Haushalt investieren wir gezielt in Straßen, Schulen und Feuerschutz. Gleichzeitig haben wir die geplanten Steuererhöhungen deutlich begrenzt. Klar ist aber auch: Wir müssen unsere Ausgaben regelmäßig überprüfen und konsequent nach Einsparpotenzialen suchen. Bei der Suche nach Einsparpotentialen muss jedoch stets auch der Erhalt und die Weiterentwicklung der Attraktivität der Gemeinde berücksichtigt werden. Es geht darum, trotz schwieriger Rahmenbedingungen Reichshof für alle Bürgerinnen und Bürger positiv weiterzuentwickeln und zukunftssicher aufzustellen.”
Der Haushalt 2026 steht damit für einen klaren Kurs:
"Investieren, wo es notwendig ist – und gleichzeitig Maß bei Steuern und Abgaben halten."